Sylvain Kassap (* 1. Oktober 1956 in Villemomble) ist ein französischer Musiker (Klarinetten, Altsaxophon, Perkussion, Keyboards, Komposition) im Bereich des Creative Jazz und der Neuen Musik.
Sylvain Kassap studierte Musikwissenschaft, spielte in dieser Zeit mit Claude Barthélemy,
Michel Portal sowie Bernard Vitet, schloss seine Studien 1977 ab und arbeitete dann mit Musikern wie
John Surman/Barre Phillips/Stu Martin. Später gründete die Formation
Molto Mobile und arbeitete außerdem mit François Tusques sowie ab 1980 mit Günter Sommer. 1985 gründete er das Ensemble
Saxifrages! mit Claude Barthélemy. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er auch mit
Phil Minton,
Sam Rivers (
Eight Day Journal, 1998) , Yves Robert,
Michel Godard, Philippe Deschepper,
Bruno Chevillon, Jacques Mahieux,
Eddy Louiss,
Steve Lacy,
Joe McPhee,
Tony Coe,
Okay Temiz, dem
Trio des Clarinettes und Anthony Ortega, aber auch mit
Marcel Azzola zusammen. Im Jahr 2006 spielte er mit seinem Quartett aus Didier Petit (Cello), Arnauld Cuisinier (Bass) und Edward Perraud (Rerkussion) auf dem Jazzfestival in Brügge; 2008 trat er im
Wyatt-Projekt von John Greaves und Hélène Labarrière auf dem 39. Deutschen Jazzfestival Frankfurt auf.
Kassap betätigte sich auch als Komponist von Filmmusik, etwa für die Filme
Vaudeville (1986) und
Grand Guignol von Jean Marbœuf und von Musik für Tanz und Theater. Als Interpret neuer Musik spielte er Werke von
Luciano Berio,
John Cage,
Luc Ferrari, Jacques Rebotier, François Rossé und
Karlheinz Stockhausen ein und gehört zum Ensemble
Ars Nova und zum
Ensemble Laborinthus.
Kassap vereint in seinem Stil vielfältige Einflüsse von Free Jazz über die Imaginäre Folklore bis hin zu traditionellen Musikrichtungen des Balkans oder außereuropäischer Regionen.